Donnerstag, 26. Januar 2012

Federn

Vor einiger Zeit ist ein Bekannter auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich ihm nicht ein paar Bilder von seinen Papageien machen könnte.
Super, dachte ich mir, mache ich. Auf meine Frage, wann ich mal vorbei kommen kann, meinte er nur, dass er eher an Bilder von Federn gedacht hätte, da er meine Makroaufnahmen immer ganz toll fand.

Das war jetzt eine ganz neue Situation. Diese Art von Fotos schwebte mir als begeisterter Naturfotograf, der eher auf den Moment achtet als die Aufnahmen von langer Hand zu planen, nicht vor. Aber gut, ich nahm es als Herausforderung.
Ein paar Tage später hatte ich dann auch die Federn, um die es gehen sollte, in der Hand und war sehr positiv überrascht. In vier Streichholzschachteln wurden mir Daunen in verschiedenen Farben (Rot, Blau, Gelb, gemischt) übergeben. Die nächsten Tage habe ich dann überlegt, wie kann ich die Federn am Besten ablichten.
Nach viel Überlegen hat mich dann meine Freundin auf die zündende Idee gebracht, einen Spiegel zu verwenden.
Also los.
Der Aufbau war denkbar einfach: auf eine alte Holzkiste wurde ein Spiegel flach aufgelegt, das Ganze dann vor einem schwarzen Hintergrund aus Tonkarton aufgestellt. Vor dem Ganzen auf einem Stativ die Kamera mit dem 180 mm Makro-Objektiv. Licht aus und los gehts. Die Freundin sorgt mit einem 60 Watt-Klemmstrahler für die richtige Beleuchtung und die Fernbedienung verhindert das Verwackeln beim Auslösen. Jetzt nur noch eine Feder auf dem Spiegel platzieren und fertig werden die perfekten Fotos. Soweit zur Theorie.
Nach der ersten Serie wurden auf dem Laptop die Ergebnisse ausgewertet und der Schrecken war groß. Woher kommen die vielen Körner auf dem Spiegel und dann noch Fingerabdrücke her?
Also noch mal.
Diesmal als Vorbereitung den Spiegel mit viel Fensterreiniger säubern, bis keine Spuren von Fingern und sonstige Streifen mehr sichtbar sind.
Aber die Staubkörner sammeln sich dennoch gleich nach jedem Wischen.
Wegblasen geht auch nicht, da Federn auch gleich mit weggeblasen werden oder die Position ändern.
Also vor jedem Foto durch die Kamera schauen und gucken wo welches Korn stört. Dann die Freundin, die jetzt nicht nur die Beleuchtung übernimmt, sondern auch noch mit einem Pinsel jedes Korn wegschiebt, einweisen, um auch noch das letzte Korn zu beseitigen.
Nach einigen Fotos bin ich zu den folgenden Ergebnissen gekommen.
180 mm f11 0,3 Sek. ISO 100


In der ersten Serie hab ich immer nur eine Feder abgelichtet.
Dabei fand ich es immer sehr spannend, die Federn so abzubilden, dass sich in den Bildern immer die Eigenspannung der Feder wiederspiegeln.
180mm f14 2,0 Sek. ISO 100

In der zweiten Serie habe ich dann versucht, durch geschicktes Stapeln die Federn in den unterschiedlichen Farben in Szene zu setzen.

180 mm f16 1/4 Sek. ISO 200

180 mm f11 1,0 Sek. ISO 100 (Ohne Spiegel nur mit Papier)


In der letzten Serie hab ich dann einzelne Federn mit Hilfe von Knete aufgestellt. Dadurch konnte ich das Bild auch in der gesamten Höhe ausnutzten.


180 mm f13 1/6 Sek. ISO 200 (gedreht)
180 mm f14 0,3 Sek. ISO 100 


180 mm f11 0,8 Sek. ISO 100

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