Donnerstag, 9. Februar 2012

Machen Ampelmännchen eine politische Aussage?

Ich leben nun mal in einer Stadt und da lässt es sich nicht verhindern, dass auch ich hin und wieder an einer Ampel vorbei komme. Ob als Fußgänger, Autofahrer oder auch Radfahrer kommt es dabei vor, dass ich längere Zeit vor so einer Anlage stehe und Zeit finde, über dies und das nachzudenken.
Irgendwann, an einer großen Ampelkreuzung, waren es sogar mehrere Rotphasen, die ich warten musste und da hab ich mir folgende Frage gestellt:

"Machen Ampelmännchen eine politische Aussage?"

Es fing ganz einfach an:
Wieso ist Grün immer unten, Rot und Gelb stehen immer darüber und vor allem Grün ist immer allein zu sehen. Rot hingegen immer nur eine gewisse Zeit allein, bevor gelb mit aufleuchtet und wenn beide wieder verschwinden, kommt wieder Grün. 

Aber nicht nur die Position und das gleichzeitige Erscheinen und Verschwinden erstaunte mich. Auch die Aussagen, die die einzelnen Farben machen, machte mich stutzig. Gelb kann immer nur mit einer anderen Farbe eine richtungsweisende Aussage in die Zukunft machen und jeder hat eine Erwartung, die leider nicht immer erfüllt wird. Gleich geht es weiter oder gleich bleibt alles stehen. Bei Grün hingegen ist alles im Fluss; es geht voran und nur wenige Abbieger können das Ganze zum Stocken bringen. Wenn hingegen Rot allein leuchtet, geht erstmal gar nichts mehr und alles steht.
Schwarz ist immer dabei, macht aber nie eine konkrete Aussage.
Erschreckend wird es allerdings wenn man noch einen Schritt weiter denkt. Was passiert, wenn alles Schwarz ist?
In diesem Fall werden alle von völligem Chaos überfallen und keiner weiss mehr was zu tun ist.
Es geht nicht mehr voran, weil jeder nur noch seine Chance sucht, sicher durch das Chaos zu kommen.
Wenn jetzt auch noch ein gelbes Ampelmännchen anfängt zu blinken und versucht Struktur vorzugaukeln, wird es richtig schlimm. Jeder sieht sofort, es ist größte Vorsicht geboten.
Interessant ist auch, dass es niemals Rot, Grün und Gelb zusammen gibt.

Nach all diesen Gedanken war ich richtig froh, dass es keine braunen Ampelmännchen gibt. Mit denen wüsste ja keiner umzugehen und alle würden nur verwirrt da stehen.

Diese Gedanken liessen mich jetzt aber nicht mehr los. 
Aus der Ferne -mit ein wenig Zeit- betrachtet fällt auf, dass doch jede Farbe (außer Braun) seine Berechtigung hat und irgendwie gebraucht wird.
Zudem macht der Wechsel der Farben Sinn, da er notwendig ist, um eine Ordnung zu halten und die Möglichkeit gibt, die Richtung zu wechseln.
Auch ist es gut, dass in verschiedenen Richtungen unterschiedliche Farben zur gleichen Zeit die Regeln vorgeben und so das Gesamtsystem stabil halten. 
Wenn in allen Richtungen die gleichen Farben zur gleichen Zeit wären, würde in der Mitte alles kollidieren.

Die Mischung macht es und auch wenn es in einem Bereich mal nicht voran geht und man wieder denkt, es dauert ewig bis sich was bewegt, hat es alles seinen Sinn.

Ob es wirklich Parallelen zwischen Politik und unseren geliebten Ampelmännchen gibt, weiß ich nicht.
Diese Entscheidung überlasse ich euch.

Für eure nächste Zeit am einer Ampel wünsch ich aber viel Spass beim Warten und Suchen nach Parallelen.
Und wenn jemand doch jemals ein braunes Ampelmännchen sieht, schick mir bitte ein Foto.  

Dieser Text ist  eine Reihe von Gedankengängen, die mir gekommen sind als ich an einer Ampel gestanden bin, machen aber keine Aussage über meine politische Neigung.

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