Montag, 29. Juli 2013

Makroklemme selber bauen

Jeder Makrofotograf kennt das Problem mit dem sich bewegenden Motiv bei der Naturfotografie. Schon die kleinste Brise oder Windhauch reicht aus um mein Motiv in Schwingung zu bringen. Das Problem vergrößert sich noch zusätzlich wenn das Motiv freigestellt ist und oder sich an einem langen dünnen Arm hoch über den Boden erhebt. Dabei ist die direkte Einwirkung des Windes ehr das kleinere Problem, das größere ist das Nachschwingen welches je nach Länge des Halmes oder Stängels noch einige Zeit andauert.
Abhilfe bringt hier häufig eine zusätzliche Stabilisierung durch eine Makroklemme. Dabei soll natürlich niemals ein Tieren an der Flucht gehindert werden oder eine Pflanze oder Tier beschädigt werden, sondern lediglich eine unterstützende Stabilisierung erfolgen.
Dazu wird der Stab der Klemme so in den Boden gesteckt, dass mit der Klemme z.B. der Halm oder  Ast unterhalb des Motives gefasst werden kann. Die Klemme ist dabei so ausgelegt, dass die Kraft nicht so groß ist, dass Sie einen weichen Stengel zerdrückt.



Durch diese zusätzliche Stütze kann der Hebelarm bis zum Motiv reduziert werden wodurch das Nachschwingen stark reduziert werden kann.



Jetzt habe ich mich viel mit den im Fachhandel zu erwerbenden Klemmen beschäftigt. Problem bei diesen Sets war immer entweder sie sind sehr Teuer oder unflexibel.
Also was liegt näher als sich selber eine Klemme zu bauen.
Dazu hier heute eine kleine Bauanleitung für eine Klemme mit einem Wareneinsatz von unter 10 € und  zusätzlich einer sehr großen Flexibilität.
Vielleicht zum Anfang welche Überlegungen mich zum verwendeten System gebracht haben:

1. Klemme muss fest halten, darf aber nicht so Stark sein, dass Stengel von Blumen zerdrückt werden.
2. Stangensystem muss flexibel und einfach an verschiedene Bodenverhältnisse angepasst werden können.
3. Stangensystem muss Wasserfest sein
4. Stangensystem sollte Flexibel und einfach in der Höhe verstellbar sein.
5. Klemme muss schmale und breite Objekte halten können
6. Schnelle und unkomplizierte Ersatzteilbeschaffung
7. Geringer Preis

Viele Punkte die mich einige Zeit gebraucht haben um das perfekte System zu finden. Aber ich kann sagen es gibt eines dass wenigstens für mich taugt.

Als Basis für die Makroklemme brauche ich einen flexiblen aber auch stabilen Stab, den ich im Untergrund verankern kann. Dies kann durch einschrauben oder einstecken erfolgen. Dabei ist der vorgefundenen Boden natürlich entscheidend. Bisher bin ich immer sehr gut mir einem Stab mit Spitze ausgekommen. Dieser hat in 90% aller Fälle funktioniert. Nur bei sehr flachgründigen Böden hätte ich mir einen schraubbaren Stab gewünscht. Um hier aber flexibel zu bleiben habe ich ein System gesucht welches hier verschiedene Option bietet. Fündig bin ich geworden im Anglerbdarf.  Die Angler nutzten für die sichere und stabile Auflage Ihrer Ruten verschiedenste Rutenständer. Das Sortiment ist nahezu unendlich und für wenige Euro zu haben. Vorteil hier, es gibt viele bei denen der Kopf per genormter Schraubverbindung ausgetauscht werden kann. Damit hatte ich schon mal meinen stabilen Stab. Ich habe mich zusätzlich für eine Variante entschieden, die man in der Höhe einfach durch einen Drehverschluss verstellen kann.
Da das ganze aus Alu war es auch 100% Wasser tauglich.

Niedrige Einstellung
Hohe Einstellung


Als nächstes brauchte ich eine Klemme, die meinen Ansprüchen genüge tat. Die einfachen Klemmen aus dem Baumarkt um z.B. Bretter zusammen zu klemmen waren mir in der Regel zu stark und oder zu Schmal in der Auflagefläche.
Also habe ich weiter gesucht und bin durch Zufall bei einem Freund der Musiker ist über eine Mikrofonklemme gestolpert. Vorteil im ersten Moment war hier, dass der Anpressdruck genau meinen Ansprüchen entsprach, die Klemmfläche leicht vergrößerbar war und Sie zusätzlich noch eine Vorrichtung zur Befestigung an einem Mikrofonständer hatte. Zudem sind diese Klemmen für kleines Geld zu bekommen.
Um die Klemme voll Makrotauglich zu machen muss man diese allerdings noch ein wenig umbauen.
Hier mal ein Bild von Oben nach dem Umbau:


Was notwendig ist kann man hoffentlich ganz gut erkennen. Ich habe mir zwei Plastikscheiben aus einem alten Deckel (Krautsalat) geschnitten, die die Innenmaße der Klemme haben. Diese wurden dann so mit Heißkleber in die Klemme geklebt, dass eine parallele Fläche auf beiden Innenseiten entsteht. Auf diese Scheiben habe ich noch zum Schutz der zu haltenden Teile zwei kleine Moosgummistücke aufgeklebt (Bekommt mann im Bastelbedarf). Damit ist die Klemme auch schon perfekt vorbereitet.

Um jetzt Klemme und Stab zu verbinden habe ich mir wiederum im Angelbedarf eine Knickhalterung für Regenschirme aus dem Zubehör besorgt. Durch die genormten Gewinde kann diese Problemlos auf die Rutenständer geschraubt werden.
Dadurch ist der Kopf auch noch ausrichtbar.
Hier mal ein Detail der Klemme mit Verbindungsstück.


So sieht die Klemme in der Geamtansicht aus.


Um noch mal zu zeigen welche Teile benötigt werden hier mal alle Teile einzeln:


Im einzelnen sind benötigt werden:
- Routenständer (ab ca. 2,90€)
- Knickverbindung für Angelschirme (Swivel Storm Cape) (ab ca. 1,95 €)
- Mikrofonklemme (ab ca. 3,20 €)
- Moosgummi und zwei Plastikscheiben zur Anpassung der Klemme (ca. 0,20 €)
- 2 x Gummischeibe (ca. 0,20€)

Gesamtpreis: 8,45 €

Für den Zusammenbau braucht Ihr nur:
- Eine Schere
- Heißklebepistole

Ich habe mir mittlerweile mehrere Klemmen gebaut, da ich festgestellt habe, dass diese auch hervorragend dazu geeignet sind Reflektoren, Blitze oder sonstige Dinge mit wenig Aufwand zu halten. 
Im Zubehör habe ich mittlerweile auch Dinge gefunden wie Schwanenhälse, abknickbare Stangen usw.. Da beim Angelzubehör das Gewinde genormt ist sind diese alle voll flexibel einbaubar.
Ob ich nun urch die Klemmen bessere Fotos mache müsst Ihr entscheiden in jedem Fall habe ich weniger Ausschuss. Das ist für mich Erfolg genug um Sie weiter einzusetzen.






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